Diktate: Ein umstrittener Leistungsnachweis

Diktate sind als Leistungsnachweis aus verschiedenen Gründen umstritten. Während sie einerseits eine etablierte Methode zur Leistungsbewertung darstellen, stehen sie andererseits wegen ihrer Prüfungsbedingungen und Bewertungskriterien in der Kritik.

Kritikpunkte an Diktaten als Leistungsnachweis

Ein zentrales Problem von Diktaten ist die ungleiche Fehlerverteilung bei Schülern mit unterschiedlichen Rechtschreibfähigkeiten. Studien zeigen, dass sich die Fehlerquote von Schülern mit guter Rechtschreibung im Verlauf eines Diktats kaum verändert, während schwächere Schüler im zweiten Teil deutlich mehr Fehler machen (Brügelmann, 2015). Dies legt nahe, dass die Prüfungsform besonders leistungsschwächere Kinder benachteiligt und neben Rechtschreibfähigkeiten andere Faktoren, wie zum Beispiel Stressresistenz und Konzentrationsfähigkeit eine Rolle spielen.

Studien haben gezeigt, dass es keine einheitliche Vorgehensweise bei der Korrektur von Diktaten gibt, was zu erheblichen Abweichungen in der Bewertung und sogar den daraus resultierenden Noten führen kann (Birkel, 2009). Dies lässt sich unter anderem auf unterschiedliche Bewertungskriterien sowie auf die Herausforderung zurückführen, Handschrift korrekt zu entziffern. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwiefern Diktate eine verlässliche und faire Methode zur Leistungsbewertung darstellen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die psychische Belastung in der Prüfungssituation. Die Stresssituation kann dazu führen, dass Kinder schlechter abschneiden, als es ihrem tatsächlichen Leistungsstand entspricht (Birkel, 2009). Dies spricht für alternative Leistungsnachweise, die weniger stressbehaftet sind und eine realistischere Einschätzung der Rechtschreibfähigkeiten ermöglichen.

Fazit

Diktate werden häufig im Unterricht genutzt, sind aber als Leistungsnachweis umstritten. Die Kritik bezieht sich insbesondere auf die Prüfungsbedingungen, die Bewertungssubjektivität und die Belastung für Schüler. Dennoch werden Diktate in deutschen Schulen weiterhin häufig zur Leistungsbewertung genutzt: „Das Diktat ist noch immer mächtigster Faktor bei der Notenfindung im Bereich Rechtschreiben“ (Leßmann, 2004).

Unser Ansatz: Eine modernisierte Alternative

Um Kindern eine bessere Vorbereitung auf Diktate zu ermöglichen und gleichzeitig sinnvoll Rechtschreibung zu üben, setzen wir auf ein modernes Konzept:

  • Kinder können in ihrem eigenen Tempo schreiben und sich Textpassagen beliebig oft anhören.
  • Die Korrektur erfolgt automatisch, sodass Fehler direkt reflektiert werden können.
  • In unserer App werden Übungsdiktate zu diversen Rechtschreibregeln bereitgestellt, um Rechtschreibregeln gezielt zu üben.
  • Die Korrektur durch eine KI sorgt für eine objektive Bewertung, da keine individuellen Bewertungsschwankungen auftreten (sie ist aber trotzdem nicht fehlerfrei).

Jetzt kostenlos testen!

Quellen

  • Leßmann, Beate. “DIKTATE–ohne Ende? Schritte zur endgültigen Verabschiedung des traditionellen Diktates.” Grundschulunterricht Jg 51 (2004): 33-39.
  • Birkel, Peter. “Rechtschreibleistung im Diktat-eine objektiv beurteilbare Leistung?.” Didaktik Deutsch: Halbjahresschrift für die Didaktik der deutschen Sprache und Literatur 14.27 (2009): 5-32.
    https://doi.org/10.25656/01:21337
  • Brügelmann, Hans. “Wie wirken verschiedene Methoden des Rechtschreibunterrichts.” 2015): Rechtschreiben in der Diskussion–Schriftspracherwerb und Rechtschreibunterricht. Beiträge zur Reform der Grundschule, Bd 140 (2015): 185-193.